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Dark water

Kelian_


Manche Menschen sagen, dass stille Wasser tief und dreckig sind. Manch andere Menschen machen sich darüber überhaupt gar keine Gedanken. Ich, ich bin eher jemand, der von heute ins Morgen lebt. Natürlich habe ich einen Plan, aber er ist eher vage, eher ein bisschen...auf Glück beruhend. Manchmal, da fliegt mir eben dieses gerade so zu und meine Taschen sind voller, als sie eben noch waren. Ich stehle nicht, ich nehme nur, was ich brauche. Sei es Arbeit, sei es Essen oder auch mal Sachen, die mir meinen Leib wärmen.
So bin ich auch hierher gekommen. England, Land meines Vaters. Lang lebe der König. Ich mag England, jedoch habe ich für mich bemerkt, dass das Klima doch weitaus anders ist, als das meiner Mutter. Es ist...kühler, es regnet mehr und wenn ich ehrlich bin, dann nerven mich nasse Schuhe mehr als alles andere. Ich? Wer ich bin? Namen sind wir Schall und Rauch, doch wenn ich mich beschreiben müsste, dann sehe ich etwas zu gut aus, als es mir gut tut. Vieles ist einfacher, wenn man gut aussieht, ehrlich. Ansonsten...ich habe normales Haar, ich bin durchschnittlich groß und auch durchschnittlich talentiert, wobei Vater wohl sagen würde, dass ich fauler bin, als es mir gut tut, denn sicherlich könnte ich viel erreichen, wenn ich mich anstrengen würde. Zum Beispiel mein eigenes Schiff, denn ich bin irgendwie ein Seemann. Mit dem Schiff bin ich hergekommen und mit dem Schiff werde ich diese Insel wieder verlassen und das Land meiner Mutter wieder sehen. Obwohl ich erst wenige Wochen in England bin, so habe ich das Land schon lange nicht mehr gesehen, bin seit Jahren unterwegs mit meinem Vater, auf einem Schiff, auf dem ich erst als Bootsjunge angeheuert habe und mich später dann hochgearbeitete. Naja, zumindest was ich unter arbeiten verstehe, denn irgendwie ist es so, dass es wohl doch wieder mehr Glück als Verstand oder Schweiß war. Bis zu dem Unfall, der uns zu dem heutigen Tag bringt...

Lewes, kleines verschlafenes Nest, dass jeden verschluckt, den es aufnimmt. Ich bin gereist, von Hastings nach Southhampton und wieder hierher, einfach um etwas zu erleben. Erlebt habe ich eine Menge...nichts. Nichts, das scheint hier eine Art Tradition zu sein und so versuche ich die Tristesse zu vertreiben, die mich umgibt. Längst habe ich dem Ozean so lange gelauscht, bis ich keine Lust mehr hatte und längst habe ich alle Kneipen abgesucht, dass es meinem Blutalkoholwert deutlich gesteigert hat. Huren haben meinen Rückweg gesäumt, doch selten interessiere ich mich für die Weiber. Es gibt schönere und sauberere... Außerdem muss ich wohl zugeben, dass ich heute nicht mehr viel zustande bringen würde, außer meinen Rausch auszuschlafen. Meine Finger, klamm von dem Nebel um mich herum, suchen nestelnd in meinen Hosentaschen nach diesem verdammten Schlüssel, da ich endlich das Gasthaus erreicht habe und mich sogar, ohne zumindest meiner Meinung nach zuviel Lärm zu machen, die Treppen hochgekämpft habe. Mit einem lautem Klirren fällt er zu Boden, ein leises Fluchen kommt über meine Lippen. Bloody Hell. Ein bisschen Engländer meines Vaters steckt eben doch in mir. Das Bücken fällt einem gar nicht so einfach, in diesem Zustand und so wanke ich mehr nach unten, um den Schlüssel zu suchen, als alles andere. Dennoch gelingt es mir, fast spielerisch werfe ich den Schlüssel hoch, um ihn unelegant zu fangen und ihn fast wieder zu verlieren. Was für ein Mist! Zu meiner Verwunderung ist die Tür offen, als ich versuche sie aufzuschließen, doch in meinem Leichtsinn, bedingt durch die Jugend und auch durch den Alkohol, schiebe ich mich einfach in das Zimmer, nicht merkend, dass es nicht meines ist oder dass etwas anders ist. Wohlig, ob der Wärme, strecke ich mich ein wenig und gähne laut. Feels just right...some kind of home... Eigentlich hasse ich es, wenn ich mit mir selbst rede, aber vielleicht hasse ich es auch nur, weil es mir so oft passiert...

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Rondra
Die schlanken Finger müssen bewegt werden, irgendetwas muss sich wenigstens bewegen können.
Wie lange sitzt die kleine Gruppe Fugger nun schon in Lewes fest? Wochen sind es. Erst das Warten auf die Niederkunft, dann.. ja, auf was wird eigentlich gewartet? Noch mehr Schreckensnachrichten aus der Heimat? Beinahe wöchentlich trudeln sie mittlerweile ein. Briefe. Eigentlich lang ersehnte Nachrichten von den Lieben, doch ausgerechnet diese hüllen sich in immer bedrückenderes Schweigen, während von Fremden Nachrichten eintrudeln die haarsträubender sind als alles was man sich in den ärgsten Alpträumen ausmalen könnte.
Eine neue Heimat wollte man finden, hier im Land des Ehemannes. Die Insel zu bereisen seit Jahren ein langgehegter Wunsch, lang schon bevor man seine Frau wurde. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Nass und kalt ist es, garstiges Wetter und es kommt einem vor als sei der Herbst hier unfreundlicher als zu Hause.
Zu Hause.

In der rechten Ecke des Zimmers sitzt die blonde Fuggerin. Die Zimmertür im Rücken, auf einem Stuhl am leise knisternden Ofen.
Links neben ihr die Holzwiege mit dem kaum vier Wochen alten Erdenbürger. Immer wieder stößt ihr Fuß sachte gegen die Schlafstatt des kleinen Mädchens, hält die Wiege in sanfter Bewegung und das Kind am schlafen. In der einen Hand den mit weißen Leinen bespannten runden Stickrahmen, in der anderen die dazugehörige Nadel mit Faden – die Finger müssen bewegt werden…
Ein idyllisches Bild, wenn, ja wenn das Weib die Nadel nicht auf eine Art und Weise in den feinen Stoff jagen würde, als wolle sie jemanden erdolchen. Allein das sie, Rondra, überhaupt solch eine Arbeit zur Hand nimmt würde einige Bekannte und Verwandte in Lachsalven ausbrechen lassen. Dementsprechend sieht das Ganze aus. Natürlich sind die Stiche fein, schließlich hat sie’s gelernt, irgendwann in der Kindheit, unter Qualen. Doch spiegelt die Arbeit das Temperament der Stickerin deutlich wieder. Durch das unvorsichtige Hineinrammen der Nadel hat der Stoff gelitten, an einigen Stellen hat sich das Garn aufgedröselt, ja, sogar einige vorwitzige Knoten haben sich in die Blumenstickerei geschlichen.
Ihr ist es egal, die Finger bewegen sich wie von selbst und es ist eine willkommene Abwechslung, dass sie je eine brauchbare Handarbeit zustande bringen könnte hat Rondra noch nie geglaubt.
Doch ist es besser als schon wieder am Fensterkreuz stehend auf den düsteren Markt zu starren und trübseligen Gedanken nachzuhängen.

Die Tür geht, die Stirn runzelt sich überrascht. Er kann’s nicht sein, auf den sie wartet, sie hätte seine Schritte schon auf der Treppe erkannt. Auch waren es keine Schritte die zu den Frauen der Gruppe gehören, ein Vorteil wenn man stundenlang auf dem Zimmer sitzt, irgendwann kann man die vertrauten Schritte bereits auf dem Flur erkennen.
Also ein Fremder, auch das kann nur einer sein, dieser unsägliche Botenjunge. Englische Worte, sie hat also Recht. Ihren Inhalt beachtet Rondra zuerst nicht, ist’s doch schließlich Einerlei mit was er den nächsten Brief ankündigt.

„One more? Oh leave! I don’t want one more, or just throw it into the fire. I don’t care. Tönt es genervt aus der Ecke. Auch wenn es fließend gesprochen ist, man hört ihr den deutschen Akzent deutlich an. Aber irgendetwas ist dieses Mal anders. Langsam fügen sich die Worte des Fremden in ihrem Kopf zur richtigen Bedeutung zusammen. Der Blondschopf wendet den Kopf und späht um die Stuhllehne herum. Wer zum….
Eilig springt sie auf die Füße und dreht sich mit einer fließenden Bewegung zur Tür.

„And… who are you? Abschätzend mustern blaue Augen den Eindringling von oben bis unten.

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Kelian_


Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum das hübsche Weibsbild in meinem Zimmer ist, aber es ist mir auch egal. Sicherlich, ich werde wirklich nichts mehr zu Stande bringen, aber alleine an einen warmen Weibskörper geschmiegt zu sein, dass hat etwas für sich. Allein die Art, wie sie reagiert, irritiert mich ein wenig. Ich kann nicht einmal sagen, was für ein Gesicht ich wohl im ersten Moment gemacht habe, denn wer wird schon häufig mit den Worten begrüßt, wer man ist, wenn man in sein eigenes Zimmer geht? Ich zumindest für meinen Teil nicht so oft und so bin ich wohl zuerst überrascht, bevor sich ein kleines, fast arrogantes Lächeln auf die Lippen schleicht. Es ist wenig zu erkennen. Ich bin eben Seemann, nicht einer von den ganz rauhen, aber die See hat mich schon noch geformt. Als englischer Gentleman sollte ich mich nun verbeugen, aber ich bin sowieso nur zur Hälfte einer und viel mehr bin ich... Whatever you want me to be... Ich erkenne, wie frech es war, als ich das Weib ein wenig genauer betrachte und weiß, dass es meinem Alter keinesfalls angemessen ist, dass meine Mutter schimpfen würde und mein Vater...? Er würde mir wahrscheinlich auf die Schulter klopfen, lachen und mir predigen, dass ich mir nun sicherlich etwas eingebrogt hatte. Nunja, das Leben ist ein Abenteuer und ich nehme gerne jede Welle mit.
Da ich beschlossen habe, die Blonde nicht gleich aus meinem Zimmer rauszuschmeißen, mache ich sie hinter mir zu und lehne mich an sie. Auch mein Blick ist ein wenig abschätzend, erblickt das Balg und ein kleines Zucken jagt durch meinen Körper. Do we know us...? Its...its...not mine...or...? Die Vorstellung ein Kind zu haben, macht mir doch schon ziemliche Angst. Man muss nicht unbedingt ein Fuchs sein, um festzustellen, dass mein Leben dann vorbei wäre, zumindest in einem übertragenen Sinne. Meine grauen Augen mustern das Weib und wieder stelle ich fest, dass sie wirklich nicht von der Bettkante zu schubsen wäre, aber da ist ja auch die Frage noch nicht geklärt, ob wir diesen Part nicht vielleicht bereits hinter uns haben. Mit einer Handbewegung verwüste ich mein braunes Haar, einfach aus Gewohnheit, bevor ich zwei Schritte näher zum Weib gehe. So...some scheming... You are in my room. You are a gorgeous women and...we have a child? So...ähm... I just don't remember you...bloody hell maybe I am drunken and sleeping...or... Ich lache leise, drehe mich weg von der Blonden, nur um dies alles noch einmal in meinen Schädel hineinzubefördern, wie dieses Weib, dass nicht einmal richtig Englisch...Argh...darn that. Ich drehe mich um, nachdem ich einmal tief durchgeatmet habe und so purzeln unsicherer als das Englisch zuvor, die ersten Worte auf Deutsch heraus. Ich bin mir sicher, dass ich den Akzent herausgehört habe und irgendwie verblüfft es mich, gerade jetzt jemanden aus meiner zweiten...ersten...aus meiner anderen Heimat zu sehen. Fangen...wir von vorne an... Für dir bin ich, wer du willst. Wieder schleicht sich mein kleines Grinsen ins Gesicht, auch wenn ich mir sicher bin, dass es viel an dem Charme verloren hat, den es vielleicht beim ersten Mal hatte. Ich bin gespannt, was die Blonde sagt, warum sie hier ist und warum sie auch gleich noch ein Balg mitgebracht hat. Kinder sind weniger meins, ist eben Frauensache.

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Rondra
Das Mienenspiel des Kerls wird genau beobachtet, misstrauisch, wie sie seit einiger Zeit gegenüber gänzlich Fremden nun einmal ist. Erst Recht in solch einer Situation. Wenn er schon kein Bote ist, was will er hier? Zumal keine Anstalten gemacht werden ihr Zimmer wieder zu verlassen.
Wer immer sie möchte dass er ist? Das Weib glaubt sich verhört zu haben, oder liegt es an der fremden Sprache? Was für eine Dreistigkeit. Der kann nicht ganz bei Sinnen sein.
Der Verdacht erhärtet sich bei seinen nächsten Worten. Verdutzt und vollkommen überrumpelt schweift ihr Blick von ihm zur Wiege und wieder zurück, es dauert ein bisschen bis Rondra den Sinn der Frage versteht. Nora, von ihm?
Die rechte Braue schnellt nach oben, der Blick der Blauaugen wird kühl, kalt – bis er spiegelglatt und frostig wie Eis ist. Der Kerl zieht in Erwägung dass sie seine… ja was eigentlich… ist? SIE! Ihr Rücken strafft sich, Arroganz und Hochmut mag sie ausstrahlen, zumindest ist sie ganz die einstige Gräfin.

Gerade will Rondra anfangen ihn zu beschimpfen und aus dem Zimmer zu werfen. Als er sich ihr nähert. Der Geruch von Alkohol, wahrscheinlich billiger Fusel, aus den dunkelsten Spelunken Lewes, schlägt ihr entgegen. Ha! Kein Wunder.
Ein trockenes und gleichzeitig höhnisches Lachen ist es, was aus ihr herausbricht. Kein Wunder, wäre er nüchtern würde selbst dieser Kerl merken wie absurd es wäre zu deken dass jemand wie sie mit ihm ein Kind haben könnte – und wenn, würde er sich mit Sicherheit daran erinnern. Schützend schiebt sich das Weib zwischen den Braunhaarigen und die Wiege.

Deutsche Satzbrocken. Einen Moment stutzt die Fuggerin erstaunt. Der Lump wird ihr immer suspekter und wahrscheinlich wäre es angebracht Zetermordio zu schreien, aber irgendetwas hält sie davon ab.
Abwehrend hebt Rondra die rechte Hand. Soll er’s nur wagen noch näher zu kommen! Viel ist es nicht was sie ihm entgegensetzen könnte, die Handarbeit in der linken ist wahrlich eine beeindruckende Waffe...

„Spart Euch Euer Gesülze! Ich will wissen wer Ihr seid.“ Rondra hebt ihr Kinn und starrt den Fremden von oben herab an. Es wäre noch schöner jetzt Angst zu bekommen, in den letzten Monaten hat sie ganz anderes herausgefordert als einen besoffenen Taugenichts.
„Und eigentlich interessiert mich nicht einmal das, sondern was Ihr hier wollt. . Ansonsten schert Euch hinaus! Was glaubt Ihr wen Ihr vor Euch habt?“ Nein, sie will es gar nicht wissen. Sein Grinsen zeigt sehr gut, dass er sich seines Aussehens bewusst ist und wahrscheinlich so manches Frauenherz im Handstreich nimmt. Was Rondra nun wirklich kalt lässt. Ungeduldig geht der Blick zur Tür, möge er doch einfach wieder verschwinden.

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Kelian_


Einige Dinge muss ich zugeben. Ich bin jemand, der Situationen meistens völlig falsch einschätzt. Weint jemand vor Freude, denke ich, die Welt geht unter. Geht die Welt wirklich unter, dann... Nunja, wie auch immer. Zugeben muss ich also, dass mich das Mienenspiel der Fremden überrascht hat, dass ich nicht verstehe, warum sie so eisig wird und erst einmal hinter mich blicken musste, um festzustellen, dass da niemand ist, dem dieser Gesichtsausdruck gelten kann. Wer kann schon einen eisigen Ausdruck missdeuten? Selbst ich nicht. Dies lässt mich ein wenig die Stirn runzeln, bevor ein recht seltsam, entschlossener Ausdruck mein Gesicht ziert. Sie hat mich quasi herausgefordert und nun ist es an mir, diese anzunehmen. So erscheint schon wieder ein kleines Grinsen auf meinem Gesicht, was ihrem ganzen Gebarde bei weitem nicht angemessen ist. Außerdem, was hat sie denn? Ich für meinen Teil spüre den Alkohol fast gar nicht mehr, der war in dem Moment weggeblasen, als ich in mein Zimmer gestolpert bin und nicht alleine war.
Mein Gedankenapparat setzt sich in Gang. Vielleicht wurde sie von einem der anderen Matrosen...Halt! Das geht gar nicht, denn das Schiff hat schon vor einigen Wochen wieder abgelegt nur ich musste meinen...tja, was ist es denn? Sturkopf stimmt wohl nicht so ganz, denn am Ende hatte ich eingesehen, dass ich mitsegeln soll, nur eine Verkettung von Zufällen, Unfällen und Dummheiten hat mich nun hierher gebracht. Wer rechnet schon damit, dass der Vater des Mädchens in die Kammer kommt, einen nackt mit ihr zusammen erwischt, nicht glaubt, dass nichts so ist wie es aussieht und alles nur ein Missverständnis sei und einem dann gleich die Stadtwache auf den Hals hetzt. Wenigsten habe ich festgestellt, dass diese dümmer als dumm sind, denn als wir die kleine Verfolgungsjagd endlich beendet hatten, ich im Kerker schmorte und von dort aus mein Schiff abgelegen sah, die gute Bezahlung und das schlechte Essen, konnte ich wenigsten den Burschen glaubhaft machen, dass wir uns nur unterhalten hatten, über die Seefahrt und das Weib, ungeschickt wie diese nun mal sind, etwas Most über meine Bekleidung gekippt hatte. Den Fehler in der ganzen Geschichte haben sie mittlerweile vielleicht gefunden, aber da war ich schon abgereist. Die Erinnerung daran lässt mich ein kleines bisschen Auflachen, total unangemessen für die Situation, vor allem, weil sie es nicht versteht, immerhin sieht sie nicht aus wie eine Hexe. Immerhin ist sie blond, hat ein Kind und keine Katze...Und so weiter.
In jedem Fall ist die Situation merkwürdig, aber da die Herausforderung ausgesprochen wurde, werde ich sie als wahrer Gentleman natürlich auch ansehen. Mal sehen, vielleicht wird hier noch was ganz Großes draus, wobei sich meine Gedanken langsam Richtung des Bettes schleichen. Mit der wundervollen Dame. Also, wird nun in eine kleine Rolle geschlüpft, ich straffe meinen ganzen Körper, betrachte kurz die zierliche Hand und setzt mich dann frecherweise in Bewegung. Weder der Siegelring, noch der Ehering hindern mich daran, denn sowas ist kein Hindernis, sondern ein Grund! Wieder fallen mir gewisse Dinge ein, jedoch ich verdränge sie einfach, verbeuge mich ganz galant vor der Dame, ergreife mit meiner rauhen Hand die zarte des Weibes und deute einen Handkuss an. In meinen grauen Augen blitzt es leicht auf, einfach, weil ich gefallen daran finde, irgendwelche Rollen zu spielen. Miss... Nachdem dies erledigt ist, richte ich mich wieder auf, fast erwartend, dass sie mir gleich eine schallert. Egal, es gehört vielleicht ein bisschen zum Spiel und auch wenn sie es nicht weiß, irgendwie werde ich sie schon dahin bekommen, wo ich sie haben möchte. Ich spähe über das zierliche Weib hinüber zu Wiege und obwohl ich weiß, dass es übertrieben ist, meine ich. She looks just like you... Ach, da war ja was. Manchmal zweifle ich selbst an meinem Verstand und so kratze ich mir verlegen am Kopf. Anstrengend, dies so zu spielen. Meinen Namen...ihr wolltet wissen. Master Peverell. Ich stehe zu euren Diensten. Sagt mir, was ihr tun hier? Im Übrigen habe ich nicht alles verstanden, was sie gesagt hat. Zum Beispiel erschließt es sich mir nicht, warum sie ein deutsches Essen erwähnt. Essen, war sowieso ein sehr schlechtes Stichwort, denn mein Magen sehnt sich danach und schon knurrt er. Aber, ich versuche es zu ignorieren, vielleicht wäre sie ja auch so höflich. Ich glauben, ihr seien wunderschönen Frau... Ich sagen muss, dass ihr nicht so ernst schauen solltet und ich mich fragen, was ihr wollen von mir? Ein Fehler konnte ich noch nicht beseitigen, den Gedanken, dass dies mein Zimmer wäre. Es ist quasi identisch mit meinem, nur das eine Frau, ihr Kind und falsche Sachen hier sind, aber das habe ich nur zur Hälfte bemerkt, nämlich Frau und Kind. Die Frau kann man meinetwegen auch gerne hier lassen. Die unverschämten Gedanken wollen aber auch wirklich nicht weg...

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Rondra
Irgendwie scheinen sie beide aneinander vorbei zu reden. Ob der Kerl sie nicht versteht, oder das absichtlich macht, erschließt sich der Blonden noch nicht.
Selten dass sie sprachlos ist und sicherlich hätte sie ihm eine ganze Menge zu sagen, eigentlich. Schon öffnet sich der Mund, um die Meinung kundzutun und ihn endlich hinauszukomplimentieren. Sicherlich findet er im Stall des Gasthofes, oder bei einem der Schankmägde einen Platz um seinen Rausch auszuschlafen. Aber warum sich darüber Gedanken machen?
Doch all die Wörter die ihr auf der Zunge liegen, bleiben wo sie sind, ja werden angesichts der Dreistigkeit gar vergessen. Perplex sieht Rondra zu wie der Fremde nach ihrer Hand greift, zu verdattert um die rechte sofort zu entziehen, wie es zu erwarten wäre. Stattdessen nimmt sie hin wie sich das Haupt zum angedeuteten Handkuss über sie beugt.
Erst als sich der Kerl wieder aufrichtet sinkt die Hand herab und vergräbt sich in den Falten ihres einfach geschnittenem, aber hochwertigen grünen Hauskleides.

„Fugger…“ mehr aus Gewohnheit schiebt sie den Familiennamen nach, nur um sich gleich darauf auf die Unterlippe zu beißen. Sie sollte nachdenken, bevor sie automatisch antwortet, was geht es den Kerl an wer sie ist, zumal er mit dem Namen kaum etwas anfangen können wird. Wieder hebt sich die Braue, belustigt beinahe.
„Schmeichelhaft… aber sie kommt eher nach ihrem Vater…“
Immerhin hat er nun einen Namen, ob es der richtige ist, wagt Rondra zu bezweifeln. Aber eigentlich ist das auch vollkommen egal, sobald er endlich hinaus ist, wird sie ihn nie wiedersehen und Namen sowohl Gesicht alsbald vergessen haben.

„Master Peverell… der Blondschopf neigt sich fast huldvoll zur Begrüßung, vollkommen übertrieben bei ihm, aber sein Spiel kann sie mitspielen, gelernt ist gelernt. Diejenigen die das Weib kennen, wüßten dass die Worte von Hohn nur so triefen.
„aber natürlich kann ich Euch sagen was ich hier mache, ich sticke und passe auf mein Kind auf, während ich auf meinen Mann warte.“ der aus undefinierbaren Gründen einmal mehr auf sich warten ließ. „Der, und dessen bin ich mir vollkommen sicher, nicht Ihr seid.“ Tatsächlich stiehlt sich ein kleines Lächeln über ihr Gesicht. Die Situation ist aber auch zu seltsam, und alles in allem scheint er ihr kein Leid antun zu wollen, zumindest nicht im Augenblick.
„Was wollt Ihr also hier, in meinem Zimmer? Oder kennt Ihr am Ende meinen Mann? Seid Ihr ein Bote von einem der Schiffe im Hafen?“ Das könnte sicher sein, auch wenn er sich dann schon längst hätte erklären können. Immerhin hatte Sofia sich unlängst nach einer Passage hinüber ans Festland erkundigt.

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Kelian_


Ich betrachte das blonde Weib und ein wenig vergeht mir die Lust. Zum einen vielleicht, weil ich manchmal dazu neige, etwas zu schnell aufzugeben, zum anderen aber, weil ich ihr Mienenspiel falsch finde. Es ist natürlich vermessen von mir, ausgerechnet mir, etwas falsches schlimm zu finden, denn jede kleine Bewegung an mir ist falsch, wenn ich nicht auf See bin. Die wenigsten Menschen haben geweckt, wer ich wirklich bin. Ich seufze leicht, vielleicht, weil sie mein Spiel nicht mitspielen möchte und ihre eigenen Regeln benutzen möchte. Vielleicht auch, weil sie nachdrücklich den Vater erwähnt und somit versucht deutlich zu machen, dass ich hier nichts verloren habe. In meinem Zimmer. In ihrer Welt. Doch, da ist er, der Funke, den ich brauchte um wieder Gefallen daran zu finden und so zucke ich lieblos mit den Schultern. Not, that I would know. Ah...sorry. Ich können schlecht beurteilen dies. Ich bin ein wenig kürzer angebunden, denn anscheinend möchte sie meine Höflichkeit nicht, auch wenn diese nur gespielt ist. Viel mehr hat sie andere Interessen geweckt. Ich liebe dieses Spiel mit dem Feuer und anhand ihres Gebaren scheint dies hier wirklich eines zu sein. Jede kleine Nuance ihres Verhalten beobachte ich, sauge es förmlich auf und mir fallen die ersten kleinen Fehler auf, die feine Damen eigentlich nicht haben sollten. Ich habe ihre weiche Hand in meiner gespürt, wenn auch nur einen Moment und bin mir sicher, dass schwere Arbeiten dem Weibe fremd sind. Natürlich, sonst wäre sie wohl auch nicht hier und hätte sicherlich besseres zu tun, als zu nähen. Nähen! Wenn ich könnte, würde ich aufschnauben, meinen Unmut über diesen sinnlosen Sport herauslassen, aber die Situation lässt es nicht zu. Desweiteren habe ich bemerkt, wie sie sich ärgert, dass sie ihren Namen genannt hat. Ganz leicht haben sich die Gesichtszüge verzogen, jedoch viel gravierender sind die Zähne auf den Lippen. Eine grausige Angewohnheit, die ich schon bei vielen Frauen beobachten konnte.
So gelangen wir zum Ausgangspunkt meiner Überlegungen. Sie ist kratzbürstig, dieses Weib und ich werde sie weiter reizen, einfach weil ich in der Stimmung dazu bin. Noch gar nicht wieder ganz weg von ihr, die Hand ist unlängst in den Falten des Kleides verschwunden, trete ich erneut an sie heran, strecke wiederrum die Hand nach ihr aus. Diesmal begehrt meine nicht dieselbe, sondern ich selbst strebe ein anderes Ziel an. Kaum haben die Zähne die Lippe fertig malträtiert, da schiebt sich einer meiner Finger unter ihr Kinn und hebt den Kopf ganz leicht an, so dass sie zu mir aufschauen muss, in meine grauen Augen, die so nichtssagend sind, wie die Farbe selbst. Ich selbst kann, was sie so schön für mich vollführt hat und mein Gesichtsausdruck wird kalt, fast ein wenig bedrohlich, auch wenn mich ihre Lippen zu ganz anderen Dingen reizen. So ein sinnlicher Kuss in Ehren, wer könnte den schon verwehren? Ich würde ihn mir nehmen, einfach weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn brauche. Doch, wenn überhaupt, ist jetzt nicht die Zeit dafür. Mein Finger unter ihrem Kinn erhöht den Druck ganz sanft, bevor ich sage, was ich möchte. Die Lippen einer Frau...sie sind zu schön, als dass sie so geschunden werden sollten. Weg ist das gebrochene Deutsch, es ist mir zu anstrengend und ihr sicherlich zu lästig. Ich kann, wenn ich will, jedoch will ich selten. Mein Daumen der Hand, dessen Zeigefinger unter dem Kinn ruht, schleicht sich hoch bis zu ihren Lippen, verharrt für einen Moment davor, bevor ich ihn in der Luft schwebend an ihren Lippen entlangfahre. Sicherlich kann sie die Reibung in der Luft spüren, aber ich will nicht ganz respektlos sein. Leise hauche ich. Viel zu schön.
Mit einem Ruck ziehe ich beide Finger zurück, gehe selbst wieder auf Abstand, als ob es der ernstliche Rat eines älteren Mannes war, der nur das Beste für das Weib will. Nicht einer wie ich, der sie am liebsten an Ort und Stelle entkleiden würde, um sie in ein Bett zu entführen. Oder auf den Boden. Ein Schmunzeln schleicht sich wieder auf mein Gesicht, nicht dass sie noch Angst bekommt bei der ernsten Miene, jedoch macht sie sich ja auch eher weniger Gedanken darüber wie es mir geht, wenn sie so schaut, wie sie zuweilen schaut. Ein Jammer, nicht wahr? Ich würde Euch sofort von den Qualen der Warterei erlösen. Wie ich sagte, für dich bin ich, wer du willst. Auch dein Mann. Ich verfalle einfach in das Du, vielleicht, weil es mir angemessener erscheint, wenn ich schon solch waghalsige Angebote mache. Wenn ich nur wüsste, wer dein Mann ist, dann könnte ich auch... Nein, ich bin kein Bote der sogenannten Schiffe aus dem Hafen. Du warst nicht selbst dort, nicht wahr, Miss Fugger? Schiffe, sind anders...größer, stabiler. Die hier halten keine drei Stunden auf dem Meer. Ich weiß nicht, wohin du so schnell möchtest, man könnte meinen du willst mich loswerden, aber ich kann dir eins sagen: Die Wahrscheinlichkeit ein Schiff zu bekommen, das weiter als drei Schritte segelt, ist hier sehr gering. Dazu müsstest du schon... Ach, was weiß ich schon, ich ungehobelter Kerl, das spukt doch in deinem hübschen Kopf, nicht wahr? Ich lache leis' und es ist ein angenehmes Lachen, das da aus meinem Munde kommt, bevor ich weiter rede. Ein wahrer Schwall an Worten meinerseits. Ich erkenne den Fehler des Ganzen...Mein Zimmer scheint mir, liegt nebenan. Entschuldigt mich. Miss Fugger! Ich verbeuge mich erneut, grüße formvollendet und schicke mich wirklich an zu gehen. Ob meine Rechnung aufgeht? Wieder nestle ich an meinem Schlüsselbund, bereit die Niederlage einzugestehen, falls nicht passiert, was ich erwarte. Plötzlich scheine ich es furchtbar eilig zu haben, meine Schritte sind schnell zur Tür, die ich fast aufreiße, um aus dem Zimmer zu kommen. Ich will auf den Flur, Richtung des Zimmers, das meines sein sollte und wenn alles nach Plan läuft, dann sollte sie nun hinterherkommen, denn den Boten, den schien sie dringend zu erwarten und dieses Schiffsproblem, das schien auch ein größeres zu sein. Leise zähle ich in meinem Kopf. Sieben, sechs, fünf...

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Rondra
Es entgeht ihr nicht wie er sie intensiv mustert, beobachtet – als würde er in ihrem Gesicht suchen und lesen. Der Blick wird schweigend hingenommen, ohne mit den Wimpern zu zucken tauchen die Blauen in die Grauen. Abwartend. Spätestens seit diesem Frühjahr ist es nichts Neues mehr für Rondra wie es sich anfühlt unverhohlen mit Blicken abgetastet zu werden, dabei bewertet und vermeintlich eingeschätzt zu werden. Kein schönes Gefühl, aber wenn’s dem Kerl Freude bereitet, er könnte schlimmeres tun. Außerdem gibt sie wenig auf die Meinung Fremder, meist ist deren Einschätzung falsch, geleitet vom Wunsch zu finden was gesehen werden will. Man sieht es normalerweise an den Augen des Gegenübers, wenn das Urteil gefällt ist, mit Glück kann man sogar erahnen in welche Richtung es ging. So scheint es auch beim Peverell, zumindest scheint es so.

Doch plötzlich und gänzlich unerwartet die Berührung seines Fingers, zwingt sie sanft aber unnachgiebig erneut in seine Augen zu blicken. Grau. Grau wie der englische Nebel, der nass, unfreundlich und kalt jeden Tag über der Stadt hängt, den Himmel schwer niederdrückt und vor dem es kein entrinnen gibt, schleicht sich unbarmherzig unter den Umhang und die wärmenden Stoffschichten – um am Ende doch zu siegen und die Haut schutzlos frösteln zu lassen.
Weshalb die Blonde ihm den Gefallen tut und das Kinn hebt, weiß sie wohl selbst nicht, es mag die Überraschung sein. Lange hat sich niemand mehr so einfach und offensichtlich über alle Regeln des Respekts hinweggesetzt, lange war es auch überhaupt nicht möglich ihr so nah zu kommen.
Die Wärme des Daumens gleicht fast einer streichenden Berührung. Seine Worte im krassen Gegensatz zu der Kälte in den Augen. Kurz flattern die Lider des Weibes, senkt sich der Blick auf den Daumen, als wolle sie sich etwas vergewissern. Ein Moment der Schwäche? So schnell vorbei wie der flüchtige Flügelschlag eines Schmetterlings im Frühling. Er würd’s nicht wagen. Die Feststellung findet sich auch in den Blauen wieder. Würd‘ er’s doch… die Finger der Linken schließen sich fester um den ungeliebten Stickrahmen, fahren über den Stoff, bis sie die spitze Nadel finden, welche vorhin bereits eher als Waffe geführt wurde, denn als Handarbeit. Viel ist es nicht, doch würde es wohl ausreichen die Situation zu beenden.
Doch löst er sie von allein. Erst jetzt fällt der Fuggerin auf, dass sein Deutsch nicht mehr gebrochen ist. Die Verwunderung darüber tritt aber in den Hintergrund aufgrund seiner weiteren Frechheiten. Du?! Er ihr Mann?! Wut blitzt auf, doch bevor Rondra Kelian über den Mund fahren kann, oder dazu kommt ihm den Rahmen an den Kopf zu werfen, fährt er auch bereits fort und schickt sich an endlich ihr Reich zu verlassen.

Doch das Gesagte lässt sie die Rechte nur noch fester in den Stoff des Kleides krampfen. Endlich fort und doch will sich keine Erleichterung einstellen. Natürlich war die Andeutung der Schiffe pure Absicht sie zu ködern. Dumm ist das Weib nicht. Es widerstrebt ihr ihm zu folgen und die Sekunden verstreichen, schon erreicht der Bursche den Flur, entschwindet ihrem Blickfeld. Ihre Entscheidung fällt in diesem Augenblick. Wie sie fällt kündigt ein halblauter, genervter Laut aus ihrer Kehle an, bevor Rondra ihm folgt – was ihr sichtlich selbst zuwider ist. Aber tatsächlich waren Sofias Bemühungen um ein Schiff bisher ohne Erfolg geblieben. Dabei wollen sie nach Hause, bald, die Zeit drängt. Je schneller und je weiter hinein, womöglich bereits bis ins deutschsprachige Reich hinein, umso besser. Wie oft hat sie in den letzten Tagen schon über diese Reise geflucht und innerlich tut sie es schon wieder.

„Halt! Warte!“ Vollkommen unbemerkt rutscht sie selbst für einen Moment ins vertrauliche Du. Im Flur vor seiner Tür erreicht sie ihn. Ihre rechte Hand löst sich aus ihrem Kleid und greift rasch von hinten an seine rechte Schulter.
„Müsste ich was? Nach Dover?“ Rondra hatte gehofft sich diese kleine Reise sparen zu können, schien es aber unausweichlich. Immer noch sieht man ihr an, dass es ihr so gar nicht gefällt nun die Bittstellerin zu sein. Es hilft aber nichts und wer weiß, am Ende hat er vielleicht doch irgendetwas Hilfreiches zu sagen. Anderenfalls wird sie sich einfach wieder zurück ziehen, was hat sie schon zu verlieren?
Abwartend lehnt sich Rondra mit der Schulter gegen den Türrahmen. Wobei ihr Blick Bände spricht... er hat selbst keine Ahnung.

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Kelian_


...vier, drei, zwei, eins. Ich habe recht, wie so oft, aber ehrlich gesagt ist die Kunst dessen nicht sehr hoch gewesen. Wenn Menschen nicht wissen, dass man spielt, dann kennen sie die Einsätze nicht, vor allem wissen sie aber auch nicht, dass sie aufpassen müssen, was sie preis geben. Ohne es zu wissen oder wollen, hat die Fuggerin mir einiges gesagt, was ich verwerten kann und so ist es nun wirklich kein großes Stück gewesen, dass sie hinter mir herkommt. Ein kleines Lächeln hat sich in mein Gesicht zurückgeschlichen, als ich ihren genervten Tonfall höre. Sie ist so stolz. Das gefällt mir und macht noch mehr Reiz aus. Die leichten Schritte der Frau sind kaum hinter meinen schweren Stiefeln zu hören, dennoch gebe ich mir keine Mühe überrascht zu tun, als sich die Hand auf meine Schulter legt. Gut, wir greifen langsam zu denselben Waffen, auch wenn sie es noch nicht weiß und zum ersten Mal kommt für einige Sekunden so etwas wie Leben in meine Augen. Ich folge mit meinem Körper der Hand, meinen Schlüssel in der Hand, quasi bereit in mein Zimmer zu gehen, so dass es denn diesmal meins ist, aber ich bin guter Dinge, denn von meinem Alkoholkonsum ist nicht viel mehr geblieben als eine Fahne, die mich immer noch verraten würde. Ich schaue wieder in das Gesicht der Blonden und es gefällt mir, was ich sehe. Vielleicht hat sie kapiert, dass ich ein Spiel spiele, in jedem Fall ist da eine Menge von ihrem Wesen zu lesen, zumindest bilde ich mir das ein. Ob sie eine Adlige ist? Warum dann die Absteige? Alles passt noch nicht so ganz zusammen, aber was schert es mich, der von Heute ins Morgen lebt. So schnell hattest du Sehnsucht. Ich werd es nicht deinem Mann verraten, versprochen. Ich zwinkere ihr frech zu, wandele weiter auf dem Grad, den ich gewählt habe. Ich könnte so ein Netter sein, aber das wäre auch zu einfach. Für uns beide.
Da steht sie, die Kleine, schaut genervt von der Dringlichkeit, dass sie mir hinterherlaufen musste. Das Zurücklehnen an den Holzrahmen verleiht dem Ganzen ein wenig...ich kann es gar nicht genau beschreiben. Aber ich habe Sinn dafür gefunden, sie zu reizen und so werde ich es natürlich auch weiter halten. Hm? Dover? Wovon sprachen wir gerade? Ein breites Grinsen erscheint auf meinem Gesicht. Ich drehe mich ein wenig und stecke den Schlüssel in das Schloss, öffne die Tür und stoße sie auf. Dies würde länger dauern und in naher Zukunft würde ich ihr den Eintritt in mein Zimmer anbieten. Falls sie meine Hilfe wollen würde, würde sie sie nicht umsonst bekommen. Magic comes at a prize. Den Schlüssel stecke ich wieder in meine Hosentasche, meine Hand verweilt kurz darin, bevor ich sie anschaen und mich zum dritten Mal an diesen Abend eher unangemessen nah an sie heranschiebe. Ich kann nicht leugnen, dass das Weib mir gefällt und so kann sie es ruhig wissen. Immerhin bin ich kein Lügner. Mein rechter Arm streckt sich aus, zur Wand hin, so dass ihr irgendwie der Fluchtweg abgeschnitten ist, aber eigentlich eben auch nicht. Wenn sie es lässig haben möchte, kann ich das auch. Nun würde es also richtig beginnen. Misstress, hör genau zu und sieh hin. Du willst meine Hilfe? Die gibt es nicht umsonst. Natürlich weiß ich, dass zu diesem Zeitpunkt das Startgebot ungefähr bei Nichts liegt, aber vielleicht würde sie erkennen, dass ich zumindest ein wenig Ahnung habe. Ich nehme meine linke Hand und hebe sie hoch, dass die Handflächen zu sehen sind. Ich bin Seemann, oft von hier aus gesegelt. Ich kenne mich ein wenig aus. Natürlich, ich bin mir bewusst, dass dies nicht reicht und so deute ich in das dunkle Zimmer. Meine Sachen sind dort, ich bin erst wenige Wochen wieder an Land. Ich kann dir helfen, kann dir sagen, wo du eventuell finden kannst, was du suchst. Die Frage ist, was gibst du mir dafür? Versuch es nicht mit Geld, das interessiert mich nicht... Ich möchte etwas mit mehr... Substanz. Wert, im ideellen Sinn. Ich schmunzele und kurz verweilen meine Augen wieder auf ihren Lippen. Ein Kuss wäre eine fabelhafte Idee ihrerseits, jedoch glaube ich nicht, dass sie ihn mir bieten wird. Aber sicherlich wird ihr etwas anderes einfallen, was mir genug wert wäre, dass ich ihr sage, was ich weiß. Ehrlich gesagt, ist es gar nicht so viel, sondern nur ein Ja bezüglich Dover und einige Tipps, wie man sich ein gutes Schiff sucht und nicht die versoffenste Crew. Aber das weiß sie nicht und ich, ich kann mein Spiel weiter spielen. Also, was bietest du mir schöne Frau? Ich für meinen Teil biete dir zunächst einen heißen Tee... Damit löst sich die rechte wieder, nicht ohne zu nah an ihr vorbeizustreifen aber auch ohne sie zu berühren. Ich versteife wieder ein wenig, werde erneut zum jungen Gentleman und deute mit eben der Hand, die eben noch ihren Weg versperrte an, dass sie in mein Zimmer gehen kann, wenn sie denn möchte und wir dort weiter über ihren Einsatz reden würden. Vielleicht würde sie mich sogar überraschen, aber eigentlich rechne ich fast damit, dass ich allein dastehe. Es ist besser, mehr als ein Ass im Ärmel zu haben.

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Rondra
Lässigkeit ist eine Sache, Zudringlichkeit eine andere – und das wird er, in ihren Augen. Mag es sein dass unter seinesgleichen ein solches Gebaren üblich ist, bei ihresgleichen nicht und Rondra steht nicht der Sinn danach daran etwas zu ändern. Der Frauenkörper versteift sich, als ihr der Weg abgeschnitten wird, ob nun angedeutet oder wirklich spielt keine Rolle.
Oh, schon bei seiner ersten Bemerkung hätte sie ihn ohrfeigen und auf dem Absatz kehrt machen sollen! Welches Bild auch immer von ihr in seine hohlen Kopf entstehen mag, es ist falsch und es war ein Fehler sich überhaupt auf ihn einlassen zu wollen und sei es nur über die Bitte nach einer Information.


„Nicht umsonst, aber kein Geld, ja?“ Was glaubt er wohl was sie ihm bieten würde, eine Frau wie sie? Wie konnte sie nur einen Augenblick daran glauben er können helfen. "Mir scheint Bier und Branntwein war heute schon genug im Spiel, aber wenn's das denn wäre...." Zynisch klingt es, als sie auf seine Fahne anspielt. Allerdings ist Rondra klar, dass sein Rausch nicht allzu stark sein kann, dazu sind die Handgriffe zu gezielt, mit denen die Tür geöffnet wird.

„Zu gern würd‘ ich die Einladung annehmen, wenn es denn für mich Hoffnung geben würde, dass sie mir das Gewünschte einbringt und nicht den Verlust meines Rufes.“ Der linke Mundwinkel der Fuggerin hebt sich, als sie einen letzten Blick durchs Innere des Zimmers schweifen lässt und den Kerl nochmals mustert.
„Außerdem vergesst Ihr das Kind nebenan….“ Den Fremden in seine Unterkunft begleiten und Nora allein lassen, ein geradezu lächerlicher Gedanke. Die Blonde drückt die Schultern vom Türrahmen und richtet sich auf.
„Solltet Ihr morgen, oder in Naher Zukunft Eure Manieren wiederfinden, was ich bezweifle, man kann nur verlieren was man je besessen hat, so könnt Ihr Euch melden. Ihr wisst ja wo ich zu finden bin, sofern wir bis dahin kein Schiff gefunden haben….“ Ein knappes Nicken und diesmal ist es Rondra die sich auf den Weg zurück in ihr Zimmer macht. Nein, sie erwartet nicht dass er ihr folgen wird. Weshalb. Sie beide gehören offensichtlich nicht zum selben Menschenschlag – und das Spiel mit dem Feuer, sei es noch so gutaussehend, hat sie noch nie gespielt.

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Kelian_


Verloren. Ich sehe, dass ich verloren habe, viel eher, als dass sie es ganz ausspricht. Ich verkneife mir die eine oder auch andere Antwort, die sie sicher nicht gerne hören würde. Zum Beispiel, dass man solch ein kleines Balg schonmal schnell vergessen kann und dass sie doch froh sein kann, dass es sich gerade nicht bemerkbar macht. Auch verkneife ich mir eine Antwort auf ihre kleinen, zynischen Fragen. Sie unterschätzt mich bei Weitem, aber jeder sieht nur, was er möchte. Ich grinse, mache eine nicht wirklich deutbare Handbewegung und meine leise. Mehr Schein, als Sein. Ich überlege einen Moment, ob mich die Beleidigungen treffen, aber da erscheinen keine Gefühle bis auf zwei. Zum Einen bin ich tatsächlich ein wenig enttäuscht von der Blonden, immerhin hätte sie hier die großartige Gelegenheit gehabt, etwas anderes zu machen, als man von ihr erwarten würde und so zu zeigen, dass es durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Desweiteren ist da auch noch ein wenig Traurigkeit, dass ich die zarten Lippen nicht kosten durfte, aber auch dieser Verlust hält sich in Grenzen. Weiber. Ich lache in mich hinein, weil irgendwie hat es mir ein wenig Freude bereitet, sie so zu reizen und so säusel ich, so ganz entgegen meiner Art bisher. Schlaf schön, Prinzessin. Die letzte kleine Stichelei für diesen Abend, bevor auch ich den letzten Schritt gehe und die Tür hinter mir zuschlage. Im Wahrsten Sinne des Wortes und wenn es mich nicht täuscht, dann höre ich auf der anderen Seite ein Krähen, was mich ein wenig amüsiert, aber zugleich auch nervt. Hoffentlich würde sie das Balg, falls es denn so war, schnell wieder ruhigstellen.
Ich streife mir meine klammen Sachen vom Leib, rubbel mir noch einmal durch die Haare und betrachte das Zimmer. Es sieht wüst aus und eigentlich kann ich froh sein, dass sie nicht mit hineingekommen ist, allein die Beleuchtung von außen reicht aus, um mir dies vor Augen zu führen. Trotz all dessen schweifen meine Gedanken zurück zum Weib und ohne es zu wollen, fluche ich leise. Miststück. Hochnäsiges, arrogantes Mistweib. Genau das ist sie und ich hätte nicht übel Lust, hinüber zu gehen, um sie mal richtig durchzuschütteln, aber der Moment dauert nur einen Moment, bevor ich meine Niederlage überwunden habe und sich bereits der nächste Schachzug in meinem Kopf entspinnt. Die Schlacht hatte sie vielleicht gewonnen, den Krieg gewinnt man mit Ausdauer und was weiß sie schon davon, sie ist eine Frau... Mit einem lauten Gähnen, lasse ich mich so wie ich bin in mein Bett fallen.


Next day

Ich wache wie immer früh auf. Die letzte Nacht steckt mir kaum in den Knochen, ich bin es gewohnt wenig zu schlafen, vor allem aber auch besoffen zu sein. Zumal sich dies auch schon gestern Abend erledigt hatte. Die Blonde fällt mir wieder ein und mit raschen Bewegungen bin ich dabei, alles in die Gänge zu bringen. Ich ziehe mir dieselben Klamotten wie gestern an, strubbel durch mein Haar und beginne meine Sachen zu packen. Ich will weiter, vielleicht ein Schiff finden, welches mich mitnimmt, weiter überdenken, wie es nun weiter gehen würde. Zu Hause warteten Menschen auf mich, aber ob ich sie sehen wollte? Ich zucke für mich selbst mit den Schultern, bevor ich ein gewelltes, dreckiges Pergament heraushole und schnell einige Worte draufkritzele.

Miss Fugger, schönste aller,

deinem Benehmen zum Trotz, helfe ich dir. Immer noch nicht ohne Einsatz. Dover müsste der richtige Anlaufpunkt für dich sein, unwahrscheinlich, dass hier ein gutes Schiff steht. Pass auf die Crew auf, sie sollte nicht zu versoffen sein und erkundige dich, wieviel sie gesegelt sind, schau dir das Schiff an, wieviel Moos es angesetzt hat, ob es seetüchtig aussieht, lass dich nicht lumpen im Preis. Versuch ein Schiff nach Holland zu bekommen, oft legen dort Schiffe aus einer der deutschen Provinzen an, die dich sicherlich mitnehmen.
[...]
Pass auf dich auf, denn ich werde irgendwann einen Gefallen einfordern, falls wir uns jemals wiedersehen.

Farewell schöne Frau,

K. L. Peverell


Genauso frech wie zuvor, ich grinse mir einen, bevor ich meinen Seesack schultere, den sogenannten Brief nehme und aus der Tür trete. Ich lege ihn vor ihre Tür, sie würde ihn finden, wenn sie wollte und damit richte ich meine recht schweren Schritte hinunter zum Gasthausinhaber. Mit einem Nickem begrüße ich ihn, frage ihn einige Dinge, unter anderem, wie das Weib heißt, bevor ich mich ganz aus dem Ort entferne. Hier gibt es nichts für mich, aber ich habe einen Plan im Hinterkopf und irgendwie bereitet er mir jetzt schon Freude.

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Kelian_


Grau in Grau gibt sich England weiter, wird all dem gerecht, was man in anderen Ländern von ihm gehört hat. Mein Vater würde meinen Missmut nicht verstehen, im Gegenteil. Er hat dieses Land geliebt und so würde es ihn sicherlich traurig stimmen, wenn er wüsste, dass ich es so schnell wie möglich wieder verlassen möchte und nur aufgrund von ungünstigen Missständen immer noch hier bin. Meine Gedanken sind an diesem Morgen genauso undurchsichtig wie das Wetter draußen. Es ist noch recht früh, mein wenig bedeckter Körper liegt im Bett und ich bin gerade im Begriff mich zu drehen. Ganz langsam, während die Decke noch mehr von mir rutscht und somit preis gibt, was noch zum Teil verborgen lag, habe ich mich gedreht und befinde mich nun angenehm nah an einer Wärmequelle. Meine gesamter Arm bedeckt einiges davon und meine Sinne reagieren automatisch. Neugier. Eine fatale Eigenschaft des Menschen, die auch mir nicht fremd ist. So tasten meine Finger sich vorwärts und es erfreut mich zusehends, was sie da entdecken. Ein leises Grunzen meinerseits deutet an, worauf ich nun aus bin. Es lohnt sich also wach zu werden an diesem Morgen. Ich erinnere mich schwach, während sich mein Mund schon an der Haut des Weibes neben mir zu schaffen macht. Wieder einmal war ich gestern am Hafen gewesen, um zu schauen, ob ein Schiff angelegt hatte, welches mich endlich fortbringen würde. Nichts. Nichts neues, nichts in Sicht und andere hatten abgelegt, ohne sich zu melden. Es war wirklich zum verrückt werden. Gerade, als ich meinem Ärger Luft gelassen hatte, auf eine sehr unfeine englische Art, da hatte mich jemand angesprochen. Es war ein füchertlicher Akzent, jedoch störte es mich nicht mehr in dem Moment, als ich das Antlitz dazu erspäht hatte. Jung, unerfahren, blond und wunderschön. Ich hatte den Gentleman gemimt, schnell herausgefunden, dass auch sie nur spielte und somit nicht einmal ein schlechtes Gewissen gehabt, als ich sie in mein Zimmer geführt hatte. Meine Lenden haben sich schon länger nach einem Weibsbild gesehnt, doch der Bonus war eindeutig, dass sie so hübsch ist. Zuerst war es nicht einfach gewesen. Es war das eine, sie zu überzeugen mit mir auf meinem Zimmer etwas zu trinken, jedoch war es etwas anderes, sie dazu zu bewegen ihre Sachen auszuziehen. Ich hatte die fiese, einfache Methode gewählt. Alkohol. Wir hatten getrunken, nicht zu wenig, nur hatte sie verpasst zu bemerken, dass ich irgendwann aufgehört hatte, während sie noch weiter getrunken hatte. Irgendwann war aus dem Nein nur ein leichter Widerstand geworden und auch diesen hatte ich beseitigen können, mit ein wenig Überzeugungskraft meinerseits. Ich hatte mich zur Genüge ausgetobt und nachdem es eh schon zu spät war, hatte auch das Weib sich in das Schicksal gefügt, in dass ich sie gepresst hatte.
Dieser Morgen beginnt also neben der kleinen Schönheit, die gezeichnet von meinem Liebesspiel neben mir liegt und die Augen angstvoll aufgeschlagen hat, nachdem die Erinnerung sie geflasht hat. Es ist nicht mein Problem und so flüstere ich fast süffisant. Ready? Es ist mir egal, wie es ihr gefällt, ob sie später Probleme machen wird, ich lebe für den Augenblick und so tasten meine Finger erneut vor, wo auch an diesem Morgen noch anderes von mir hin soll. Ich bin fordernd in meiner ganzen Art und vielleicht gerade weil das Weib sich an diesem Morgen wieder wehrt, verleiht es mir den zusätzlichen Kick...

Later this morning

Ich muss noch einmal eingeschlafen sein, nachdem ich mich nach ihrem Empfinden nach einer halben Ewigkeit wieder von ihr abgelassen habe. Sie hat einige blaue Flecke, da wo meine Zähne sich vor Lust in sie gegraben haben, aber das interessiert mich nicht. Das weitere Vorgehen hingegen, ist interessanter. Leise meine ich. Gorgeouis, do we see us again? I... I want to. You are...overwhelming. Bullshit. Ich lüge, lüge wie gedruckt, aber zum einen will ich sie für den Moment loswerden, zum anderen aber gerne die ein oder andere Nacht noch bei mir begrüßen. Sie wischt sich eine Träne weg, Hoffnung glimmt auf, vielleicht habe ich das Richtige gesagt. Ich erkläre ihr leise, dass sie nun zu gehen hat, dass ich...arbeiten muss. Arbeiten! Ich würde so gerne die See wieder unter mir spüren, das Land meiner Mutter sehen und dort sesshaft werden. Aber es scheint sich einiges verschworen zu haben gegen mich. Krieg in oder um England, ich habe es nicht so ganz verfolgt und schon kommt kaum ein Schiff mehr, welches mich mitnehmen könnte. Oder will. Mein Geld habe ich angefangen mit Minenarbeit zu verdienen, aber es gefällt mir nicht. Ärgerliche Sache. Mein Bllick streift zum Weib, welches sich in ihre Sachen kleidet und ich lächel sie an, in Gedanken bei der Nacht und die Gedanken, die ich dabei hatte. Sie erinnert mich ein wenig an ein Weib, dass ich vor wenigen Wochen traf und die mich, ohne es zu wissen, herausgefordert hat. Ob es mit ihr auch so sein würde? Ich weiß, dass die Gedanken umsonst sind, denn wahrscheinlich würde ich sie nie wieder sehen und selbst wenn, wäre es ein Kampf und kein Liebesspiel, aber aus dem einen kann sich das andere entwickeln und eines fehlt mir sicherlich nicht: Selbstvertrauen. Schon steigt die Erregung, die Vorfreude auf die Zeit in dem mir fremden Land und ich bin kurz davor zurück in das Muster zu verfallen, was mir die Bekanntschaft der Kleinen eingebracht hat, die nun endlich mein Zimmer verlässt, nicht ohne mir noch einen unterwürfigen Blick zuzuwerfen, hoffnungsschwanger, dass sie mich wiedersehen wird und ich das Kind, was in ihr heranreifen könnte, schon jetzt liebe. Mitleid habe ich nicht, denn sie wollte doch benutzt werden, jede ihrer Bewegungen sagt genau dies und ich würde helfen, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Es gibt solche Menschen und solche, ich bin einer von diesen.

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Rondra
Rückblende – der Morgen „danach“

Nicht allzu lange nach der Tür des Nachbarzimmers, öffnet sich auch die der Fugger. Nora hat ihre eigene Vorstellung davon wie lange ihre Mutter zu schlafen hat. Das Kind auf dem Arm verlässt die Blonde möglichst leise das Zimmer, begleitet von den gleichmäßigen Atemzügen ihres noch schlafenden Mannes. Klackend schiebt sich die Tür wieder ins Schloss und gleich darauf stößt die Spitze des feinen Lederschuhs der Fuggerin leise raschelnd gegen ein Stück Papier.
Verwundert zucken die Augenbrauen, im ersten Moment hält sie es für achtlos hingeworfenen Müll, doch irgendetwas bringt das Weib dazu sich danach zu bücken.
Wenige Zeilen sind erkennbar. Nein, das Stück Papier, sofern es diesen Namen noch verdient hat, scheint dort absichtlich gelegen zu haben. Sie ahnt von wem es kommt. Vorerst verschwindet es mit einem leisen Knistern in der Rocktasche, bevor die Blonde ihren Weg wieder aufnimmt und die Treppen zum Schankraum hinabgeht.

Noch ist es früh, niemand sonst hat sich bisher an den Tischen niedergelassen, trotzdem wählt das Weib einen Platz abseits. Müde und mürrisch ist der Blick des Wirts, als er nach ihrem auffordernden Blick das mehr als einfache Frühstück richtet. Ihr soll’s egal sein, das Misstrauen der Wirte gegenüber dem Neugeborenen ist Rondra mittlerweile gewohnt, genauso wie das klimpern der Münzen den Blick weicher werden lassen.
Trotzdem, es soll nach Hause gehen, bald und schnell. Tatsächlich geht Sofia nun täglich mehrmals an den Hafen, bei jeder neuen Kunde über das Eintreffen von Schiffen.
Endlich tritt der Bärbeißige an ihren Tisch, den Blick stur auf ihr Gesicht gerichtet, als würde das Kind verschwinden, wenn man es nur genug ignoriert. Becher und Teller werden vor ihr abgestellt und widererwartend zieht der verlockende Geruch von heißem Würzwein in ihre Nase. Genießerisch hebt Rondra den Becher an, schließt die Augen und nimmt den ersten Schluck. Er ist gut und stark, welch nette Überraschung in diesem… Loch. Abermals rinnt der Wein in ihren Mund, bevor Rondra innehält und die Augen wieder öffnet. Ihr Gefühl hat sie nicht betrogen, immer noch steht der Wirt neben ihrem Tisch und beobachtet sie. Die feine rechte Braue der Fuggerin hebt sich, fragend und gleichzeitig warnend, scheinbar weiß der Kerl nicht wann er wo zu sein hat –im Moment jedenfalls nicht starrend neben ihr.
Stämmige Arme stützen sich auf die Tischplatte rechts von Rondra, der Kopf des Wirtes nähert sich ihrem Ohr. Leise beginnt er zu sprechen, trotz der Leere in der Stube. Informationen hätte er, nach ihr sei gefragt worden… der Blondschopf nähert sich ein wenig, wobei sich der Brief in der Rocktasche durch ein leises Knistern bemerkbar macht, als hätte er auf seinen Einsatz gewartet.
Ach, der Seemann wird’s gewesen sein und doch treibt die Neugier das Weib dazu dem Wirt auffordernd zuzunicken. Klimpernd wechseln die Münzen den Besitzer und lösen die Zunge des Kerls.
Und wirklich war’s der Bursche von gestern der nachfragte. Natürlich würde der Wirt nie zugeben ob und was für Informationen er selbst an ihn preisgegeben hat, doch ganz so naiv ist die Fuggerin nun auch wieder nicht. Das was sie hört reicht um sich ein Bild zusammenzureimen - und diese Teile fügen sich nahezu perfekt an die bereits vorhandenen.

Als sich der Wirt wieder zurückgezogen hat, zieht Rondra den Brief schließlich hervor und überfliegt die Zeilen eilig. Ein leises verächtliches Auflachen ist zu hören, als sie geendet hat. Er scheint sie für vollkommen dumm zu halten und nicht nur sie, auch ihre Familie. Die blauen Augen verdrehen sich Richtung Decke und sie beschließt an den Lebemann keine Minute länger zu verschwenden.

Tatsächlich gelingt das Vorhaben einige Zeit, denn die Ereignisse in Lewes überschlagen sich förmlich, eilig beginnt die kleine Gruppe Fugger nur wenig später ihr Hab und Gut zu packen und sich auf die Rückreise vorzubereiten….

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Kelian_


Isn't it ironic?

Ich bin mir nicht sicher, wie ich nun doch dazu kam, dass das Glück mir hold ist. Aber ich muss sagen, dass ich sehr mit mir zufrieden bin, auch wenn dies keine Seltenheit ist. Ich bin nun wirklich nicht jemand, der mit Eigenlob zurückhält, aber das ist mal wieder ein Meisterstück. Sanfte Wellen schlagen unter meinen Füßen gegen das Holz, die Seebrise ist noch nicht so stark, wie sie sein sollte, doch so langsam bewegt sich etwas. Mein Wunsch hat sich erfüllt und ein Schiff ist in den Hafen gelaufen, welches mich auf direktem Wege mit ins Königreich meiner Wünsche nehmen wird. Ein bisschen komisch kommt mir der Kapitän vor, aber was ignoriert man nicht alles, wenn man dem Ziel näher kommt. Meine Arbeit an Deck hat er verschmäht, aber ich sollte mich nicht beschweren, immerhin zahle ich nichts für die Überfahrt und ich kann die Reise genießen. Ich habe schon schlechtere Erfahrungen gemacht. Meine Gedanken schweifen, während ich es mir in einer Hängematte bequem gemacht habe und ein Bier in einer Hand halte, zurück zu den letzten Tagen in England. Nachdem ich niemanden gefunden hatte, der so auf mein Bitten reagiert hatte, war ich energischer geworden. Jedoch war auch die Resonanz hier nicht überschwänglich groß gewesen. Wie durch Zufall ist mir dieses Schiff dann unter die Augen getreten. Sie heißt Neckar. Meiner Meinung nach ein komischer Name für ein Schiff, aber ich bin froh, dass ich der Kleinen entfliehen konnte, die am Ende fast an meinem Bein hing. Nach dieser ersten Nacht, hatte mich ihr Bruder aufgesucht. Zornig. Sein ganzes Gesicht war verzerrt gewesen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau das Mädl zu Hause erzählt hat oder was genau sie dazu gebracht hat, überhaupt etwas zu sagen, aber der Kerl kam ziemlich bedrohlich daher. Kein Grund für mich, nicht trotzdem mit ihm zu spielen. Wir hatten verhandelt, hin und her, bis wir zu dem Schluss gekommen waren, dass ich natürlich Verantwortung tragen musste. Ich hatte meinen guten Willen unter Beweis gestellt, ihm ein Ale bestellt und die Kleine in den Arm genommen. Ich hatte das Spiel mitgespielt, so getan als ob ich natürlich Verantwortung übernehmen würde und niemals nicht daran gedacht hatte, dies zu tun. Honestly? Niemals würde ich meine Freiheit an ein Weib verlieren, dass das Spiel so schlecht beherrschte und so war mir die kleine Flucht heute sehr recht gekommen. Wie bald sie es bemerken würden? Mir war es gleich. Das Weib, es war mir danach so zuwider gewesen, dass ich es nicht noch einmal angefasst hatte. Nur angeschaut und selbst da war mir keine inspirirende Idee gekommen. Schade, es war so eine schöne Nacht gewesen. Weil Weiber nie ihre Schnute halten konnten.

Ein weiterer Schluck aus meinem kleinen Bierkrug befördert auch meine Gedanken wieder auf das Schiff. Ich habe einige interessante Dinge erfahren, die mich wirklich schmunzeln lassen. Ich kenne das Land, in das ich reisen werde nicht wirklich. Zuletzt sah ich es als kleiner, achtjähriger Junge. Die ist bald zwanzig Jahre her und seitdem habe nicht nur ich mich, sondern auch das Land sich bestimmt verändert. Württemberg werde ich also kennenlernen und von daaus werde ich meinen Weg zur Steiermark bahnen. Langsam, schließlich muss man ja nach dem Weg fragen, ich kenne mich kaum aus. Kaum ist untertrieben. Mehr weiß ich nicht, denn gerade als es zu den interessanten Themen voranschritt, da musste der Kapitän mich alleine lassen. Meine Gedanken sind beim blonden Weib, was mich selbst ein wenig verwundert. Alles scheint sich in mir auf sie fixiert zu haben und ich weiß gar nicht warum. Vielleicht, weil sie ein Anker ist, der mich an den Strand meines alten Heimatlandes bringen wird, der mir einen Zugang zu den Menschen dort gewähren wird. Wer hätte gedacht, dass wir uns so schnell wiedersehen werden, nur wenige Monate, nachdem wir uns das letzte Mal sahen. Ein wenig Aufregung steigt in mir auf, weil ich der Meinung bin, dass es ein interessantes Spiel sein wird, was mich zu noch interessanteren Dingen leiten wird, egal wie es am Ende enden wird. Ich freue mich, wirklich. Ein weiterer Schluck aus meinem Krug, bevor meine Gedanken weiter wandern. Ohne viel zu tun auf einem Schiff, fühle ich mich irgendwie ein wenig nutzlos, aber da kann man wohl nichts machen. Ich solle die Reise genießen, hat er gesagt und so versuche ich dies, indem ich Pläne schmiede...

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--Mari
Wie dämlich muss ein Mensch sein, sich freiwillig auf so etwas einzulassen? Auf jeden Fall so dumm wie das hübsche blonde Weibsbild, das soeben das Deck erobert, jedoch nur um so schnell wie möglich die Reling zu erreichen und sich weit drüber zu beugen. Ihr ist so speiübel und nichts möchte sie sehnlicher als endlich runter von diesem Schiff. Aber nein, soweit das Augen reicht erblickt sie das blaugraue Nass und kein Grün verspricht, dass ein Ende der Reise in Sicht ist. Mit dem Handrücken wischt sie sich über den Mund, als sie wieder aufrecht steht und leise flucht. "Dämliche Mari, ober dämliche Mari!" Wieder schaut sie voller Sehnsucht über das Wasser, welches von großen Wellen beherrscht wird und daher das Schiff auf und ab wippen lässt. Für Mari ist dies mehr als ausreichend, um den Magen gegen sich zu haben. Ein Mensch gehört nicht aufs Wasser. Hätte der Herrgott das gewollt, hätte sie keine Füße sondern einen Bootsrumpf dort unten. Soweit ihre Theorie. Nützen tut es ihr derzeit dennoch nicht, denn sie hat die Wette verloren und ist daher nun hier. "Scheìße....!!!" brüllt sie dem Meer entgegen, nicht wissend das unweit ein Kerl in einer Hängematte liegt, dem das Wetter samt Wellen anscheinend nichts auszumachen scheint.
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